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Dockungsplanung: Kosten, Timing und StolperfallenDrydock Planning: Costs, Timing and Pitfalls

Von Joshua KantnerBy Joshua Kantner · April 2026 · OceanSphere Consulting

Warum Dockungen so oft das Budget sprengenWhy Drydockings So Often Exceed Budget

Dockungen werden teuer, wenn Umfang, Werft, Material und Survey-Fenster nicht richtig abgestimmt sind.

Drydockings become expensive when scope, yard, materials and survey windows are not properly aligned.

Was frühzeitig auf den Tisch mussWhat Needs to Be on the Table Early

Dockungsplan, Klasseumfang, technische Prioritäten, Dickenmessungen und Materiallogistik.

Docking plan, class scope, technical priorities, thickness measurements and material logistics.

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Welche häufigen Fehler vermeidbar sindWhich Common Mistakes Are Avoidable

Späte Werftauswahl, unvollständige Ausschreibungsunterlagen und zu optimistische Zeitpläne.

Late yard selection, incomplete tender specifications and overly optimistic schedules.

Was ein guter Superintendent anders machtWhat a Good Superintendent Does Differently

Er managt eine Dockung wie ein technisches Projekt: mit Meilensteinen und Fokus auf Engpässe.

They manage a drydock like a technical project: with milestones and a focus on bottlenecks.

Technischer Deep-Dive: Die Mechanik einer DockungsplanungTechnical Deep-Dive: The Mechanics of Drydock Planning

Eine Dockung ist das teuerste wiederkehrende Wartungsereignis im Lebenszyklus eines Schiffes. Die direkten Kosten reichen von 500.000 USD für einen einfachen Intermediate Survey eines mittleren Bulkers bis zu mehreren Millionen USD für eine Special Survey mit umfangreichen Stahlarbeiten bei einem älteren Tanker. Hinzu kommen indirekte Kosten: Off-Hire-Tage (typisch 10-25 Tage), Repositionierungskosten zum Werftstandort und Opportunitätskosten durch entgangene Chartereinnahmen.

Der Planungshorizont sollte mindestens 12-18 Monate vor der Dockung beginnen. In dieser Phase müssen folgende Elemente zusammengeführt werden:

Klasse-Umfang: Der Klasse-Surveyor gibt den Mindestumfang vor – je nach Survey-Typ (Annual, Intermediate, Special/Renewal) und Schiffsalter. Bei der Special Survey eines 15 Jahre alten Schiffes ist der Umfang typischerweise erheblich: Dickenmessungen aller strukturrelevanten Bereiche, Close-Up Inspektionen in Ballasttanks und Laderäumen, Prüfung aller sicherheitsrelevanten Systeme.

Technische Prioritäten: Parallel zur Klasse-Anforderung hat der Superintendent eigene technische Prioritäten: Propellerpolieren oder -austausch, Ruderabnahme und Lagerkontrolle, Hauptmaschinen-Überholung, Anstrich des Unterwasserschiffs, Ballasttank-Beschichtung, Reparatur bekannter Schäden. Diese müssen in Absprache mit der Klasse und dem Fleet Manager priorisiert werden.

Materiallogistik: Alle Materialien – Farbe, Stahlplatten, Ersatzteile, Anoden, Propellerelemente – müssen rechtzeitig bestellt und an die Werft geliefert werden. Bei internationalen Werften (China, Türkei, Osteuropa) sind Zollverfahren und Lieferzeiten zu berücksichtigen. Materialengpässe während der Dockung sind einer der häufigsten Gründe für Verzögerungen und Kostenüberschreitungen.

Werftauswahl: Die Auswahl der Werft hängt von Verfügbarkeit, Preis, Qualität und geographischer Lage ab. Chinesische Werften bieten oft die niedrigsten Preise, haben aber längere Vorlaufzeiten und erfordern detailliertere Spezifikationen. Europäische Werften sind teurer, bieten aber kürzere Reaktionszeiten und höhere Qualitätsstandards bei Beschichtungsarbeiten. Die Entscheidung muss früh fallen, denn gute Werften haben Wartelisten von 6-12 Monaten.

A drydocking is the most expensive recurring maintenance event in a vessel’s lifecycle. Direct costs range from USD 500,000 for a straightforward intermediate survey on a mid-sized bulker to several million USD for a special survey with extensive steelwork on an older tanker. Indirect costs add further: off-hire days (typically 10-25 days), repositioning costs to the yard location, and opportunity costs from lost charter revenue.

The planning horizon should begin at least 12-18 months before the docking. During this phase, the following elements must be brought together:

Class scope: The class surveyor defines the minimum scope – depending on survey type (annual, intermediate, special/renewal) and vessel age. For a special survey on a 15-year-old vessel, the scope is typically substantial: thickness measurements of all structurally relevant areas, close-up inspections in ballast tanks and cargo holds, testing of all safety-critical systems.

Technical priorities: In parallel with class requirements, the superintendent has their own technical priorities: propeller polishing or replacement, rudder removal and bearing inspection, main engine overhaul, underwater hull painting, ballast tank coating, repair of known defects. These must be prioritised in consultation with class and the fleet manager.

Material logistics: All materials – paint, steel plates, spare parts, anodes, propeller elements – must be ordered in time and delivered to the yard. For international yards (China, Turkey, Eastern Europe), customs procedures and lead times must be factored in. Material shortages during docking are one of the most frequent causes of delays and cost overruns.

Yard selection: The choice of yard depends on availability, price, quality and geographical location. Chinese yards often offer the lowest prices but have longer lead times and require more detailed specifications. European yards are more expensive but offer shorter response times and higher quality standards for coating work. The decision must be made early, as good yards have waiting lists of 6-12 months.

Praktische Auswirkungen: Die häufigsten KostentreiberPractical Implications: The Most Common Cost Drivers

Die größten Kostenüberschreitungen bei Dockungen entstehen durch drei Faktoren:

Zusatzarbeiten (Extras): Wenn während der Dockung Schäden entdeckt werden, die im Vorfeld nicht bekannt waren – etwa durch Dickenmessungen, die erst im Dock durchgeführt werden – entstehen Zusatzarbeiten, die nicht im Budget enthalten sind. Jede zusätzliche Stahlreparatur, jede zusätzliche Beschichtungsfläche erhöht die Rechnung. Die beste Gegenmaßnahme: Vorherige UTM und Inspektionen, um Überraschungen zu minimieren.

Verzögerungen: Jeder zusätzliche Docktag kostet Liegegebühren (typisch 5.000-15.000 USD/Tag) plus Off-Hire. Verzögerungen entstehen durch fehlendes Material, nicht abgeschlossene Vorarbeiten, Wetter (bei Außenarbeiten wie Beschichtung) und Abstimmungsprobleme zwischen Werft, Klasse und Betreiber. Ein klarer Zeitplan mit Meilensteinen und täglicher Fortschrittskontrolle reduziert dieses Risiko.

Qualitätsmängel: Schlechte Beschichtungsarbeit, die wenige Monate nach der Dockung versagt, ist die teuerste Form der Einsparung. Die Kosten für eine nachträgliche Reparatur übersteigen die Kosten für die korrekte Ausführung im Dock um ein Vielfaches. Qualitätskontrolle während der Dockung – insbesondere DFT-Messungen (Trockenschichtdicke) und Klimabedingungskontrolle (Taupunktabstand) – ist daher kein Luxus, sondern Pflicht.

Ein erfahrener Superintendent plant grundsätzlich eine Reserve von 15-20 Prozent auf das Dockungsbudget ein – nicht als Zeichen mangelhafter Planung, sondern als realistische Anerkennung der Unwägbarkeiten.

The largest cost overruns during dockings arise from three factors:

Additional works (extras): When damage is discovered during docking that was not known beforehand – for instance through thickness measurements only performed in dock – additional works arise that were not included in the budget. Every additional steel repair, every additional coating area increases the bill. The best countermeasure: prior UTM and inspections to minimise surprises.

Delays: Every additional dock day costs berth fees (typically USD 5,000-15,000/day) plus off-hire. Delays result from missing materials, incomplete preliminary works, weather (for external works such as coating) and coordination issues between yard, class and operator. A clear schedule with milestones and daily progress checks reduces this risk.

Quality defects: Poor coating work that fails a few months after docking is the most expensive form of saving. The cost of a subsequent repair exceeds the cost of correct execution in dock by a significant factor. Quality control during docking – particularly DFT measurements (dry film thickness) and climate condition checks (dew point spread) – is therefore not a luxury but a necessity.

An experienced superintendent routinely plans a reserve of 15-20 per cent on the docking budget – not as a sign of inadequate planning but as a realistic acknowledgement of uncertainties.

Fallkontext: In-Water Survey als Alternative?Case Context: In-Water Survey as an Alternative?

Seit die Klasse In-Water Surveys (IWS) als Alternative zur Trockendockung für bestimmte Surveys akzeptiert, nutzen einige Betreiber diese Option, um Off-Hire zu reduzieren. Ein IWS kann den Intermediate Survey ersetzen, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind: Sichtverhältnisse müssen ausreichend sein, der Unterwasser-Anstrich muss in akzeptablem Zustand sein, und alle erforderlichen Prüfungen müssen unter Wasser durchführbar sein.

Die Grenzen des IWS sind allerdings klar: Stahlreparaturen, Beschichtungserneuerung, Propellerabnahme und viele mechanische Arbeiten können nur im Trockendock ausgeführt werden. Ein IWS verschiebt daher häufig den Arbeitsumfang in die nächste Dockung – was dort zu einem größeren und teureren Umfang führt.

Die Entscheidung für oder gegen einen IWS muss daher im Gesamtkontext betrachtet werden: Welchen Zustand hat das Unterwasserschiff? Stehen Stahlarbeiten an? Wie sieht die langfristige Flottenplanung aus? Wird das Schiff in den nächsten Jahren verkauft? Diese Fragen bestimmen, ob ein IWS wirtschaftlich sinnvoll ist oder ob er lediglich Kosten in die Zukunft verschiebt.

Since class has accepted in-water surveys (IWS) as an alternative to drydocking for certain surveys, some operators use this option to reduce off-hire. An IWS can substitute for the intermediate survey provided certain conditions are met: visibility must be adequate, the underwater coating must be in acceptable condition, and all required examinations must be feasible underwater.

The limitations of IWS are clear, however: steel repairs, coating renewal, propeller removal and many mechanical works can only be performed in drydock. An IWS therefore frequently defers work scope to the next docking – resulting in a larger and more expensive scope there.

The decision for or against an IWS must therefore be viewed in context: What condition is the underwater hull in? Are steel works pending? What does the long-term fleet plan look like? Will the vessel be sold in the coming years? These questions determine whether an IWS is economically sound or merely shifts costs into the future.

Entscheidungsrahmen: Dockungsplanung als ProjektmanagementDecision Framework: Drydock Planning as Project Management

Eine erfolgreiche Dockung folgt den Prinzipien guten Projektmanagements:

Scope Definition (12-18 Monate vorher): Klasse-Anforderungen, technische Prioritäten und bekannte Schäden zusammenführen. Ausschreibungsunterlagen erstellen.

Beschaffung (6-12 Monate vorher): Werftanfragen versenden, Materialbestellungen auslösen, Liefertermine überwachen. Kritische Teile identifizieren und priorisieren.

Feinplanung (3-6 Monate vorher): Detaillierten Zeitplan mit Meilensteinen erstellen. Abstimmung mit Klasse-Surveyor. Crew-Einweisung in den Dockungsablauf.

Ausführung: Tägliche Fortschrittskontrolle. Sofortige Eskalation bei Abweichungen. Qualitätskontrolle parallel zu den Arbeiten, nicht erst am Ende.

Nachbereitung: Lessons Learned dokumentieren. Tatsächliche Kosten mit Budget vergleichen. Erkenntnisse für die nächste Dockung aufbereiten.

A successful drydocking follows the principles of sound project management:

Scope definition (12-18 months ahead): Consolidate class requirements, technical priorities and known defects. Prepare tender documentation.

Procurement (6-12 months ahead): Issue yard inquiries, trigger material orders, monitor delivery dates. Identify and prioritise critical parts.

Detailed planning (3-6 months ahead): Create a detailed schedule with milestones. Coordinate with the class surveyor. Brief the crew on the docking procedure.

Execution: Daily progress checks. Immediate escalation upon deviations. Quality control in parallel with the works, not only at the end.

Post-docking review: Document lessons learned. Compare actual costs against budget. Prepare findings for the next docking.

KernpunkteKey Takeaways

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Häufig gestellte FragenFAQ

Wann sollte die Dockungsplanung beginnen?When should drydock planning begin?
Deutlich vor dem Dockungsfenster, nicht erst wenn die Werftanfrage rausgeht.Well before the docking window, not only when the yard inquiry goes out.
Was verursacht die häufigsten Kostenüberschreitungen?What causes the most frequent cost overruns?
Spät entdeckte Zusatzarbeiten und Materialengpässe.Late-discovered additional work items and material shortages.
Kann ein Unterwasser-Survey eine Dockung ersetzen?Can an in-water survey replace a drydock?
Teilweise, und nur unter geeigneten Bedingungen.Partially, and only under suitable conditions.

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